Natürlich konnte Wilhelm Herchenbach Mitte des neunzehnten Jahrhunderts nicht ahnen, welche Bedeutung Düsseldorf 100 Jahre später für Japaner haben würde – und umgekehrt. Als er über „Die Japanesen in Düsseldorf“ schrieb, waren die Menschen aus dem Land der aufgehenden Sonne mindestens so exotisch wie „die Wilden“ aus „den Tropen“, von denen man damals überhaupt erst erfuhr.

Die Japanesen sind durch Düsseldorf gekommen! So verbreitete sich plötzlich das Gerücht in der Stadt, aber niemand hatte sie gesehen als ein paar Eisenbahnschaffner, und doch wollten einige Neugierige von diesen achtunddreißig Asiaten einen schnellen Sprung auf den Schwanenmarkt getan haben, um einen raschen Blick in die breiten Straßen zu werfen. Dann aber waren sie wie eine plötzliche Erscheinung verschwunden und auf und davon – nach Holland.

Das gab überall Kopfschütteln und schwere Unzufriedenheit. Die Frauen ärgerten sich, daß sie keine Idee von ihrem Anzuge hatten, die Buben, daß ihnen die Beschützer der Ratten und Mäuse, der Hunde und Katzen ungesehen entwischt waren; die Mädchen, daß sie nicht einen Wäschekorb voll Perlen und Korallen zurückgelassen; die Männer, daß es ihnen nicht vergönnt gewesen war, den Reis- und Seidezüchtern ihre Achtung zu beweisen.

Aber die Gesichter hellten sich wieder auf, als nach einiger Zeit die Nachricht umlief, sie würden nach Berlin gehen, und dann auch den guten Düsseldorfern ihren vollen Anblick gönnen. Alle Tage hieß es: morgen kommen sie – und alle Tage war es nicht wahr. Da endlich stand es gedruckt in den Blättern: morgen nachmittag um zwei Uhr, also am 17. Juli.

Lange vor der angekündigten Zeit strömte die Bevölkerung nach dem Bahnhofe hinaus, denn jeder wollte sich ein Plätzchen sichern, um möglichst genau zu sehen, und – wenn sie sprächen – auch zu hören.

So leicht ging das aber nicht, denn in Voraussehung des starken Andranges hatte die Bahn-Verwaltung die Zugänge schließen lassen, und jeder, welcher Miene machte, die Schranken zu durchbrechen, wurde von Bahnwärtern, Gendarmen und Polizeidienern zurückgewiesen. Was mich selbst anging, so hatte ich zwar eine Einladung zum Bahnhofs-Inspektor, gelangte auch richtig durch die Barrieren und in des Herrn Inspektors Haus. Damit hatte übrigens vor der Hand die Begünstigung ihr Ende erreicht, denn der Perron blieb hermetisch verschlossen. Hin und wieder huschte indessen doch ein Neugieriger durch und drückte sich so gut als möglich in eine Ecke, wo er nicht sogleich ins Auge fiel.

Gegen die Damen, besonders wenn sie so freundlich baten, nahmen die Herren es nicht so genau, und da mit ihnen sich auch mancher Herr durcharbeitete, so war zuletzt die große Menge nicht mehr zu halten, sondern durchbrach die Schranken und überflutete den Perron, wo im Gedränge der eine dem anderen die Aussicht verdeckte.

Die Herren Japanesen ließen lange auf sich warten und gaben so den Damen Muße, sich in der Eile noch etwas über die Sitten und Gebräuche des fremden Volkes zu unterrichten.

”Sagen Sie einmal, Herr Kapitän, Sie sind doch viel gereist und sicherlich auch in Japan gewesen“’, sprach eine dicke Witwe, indem sie sich an einen von der Sonne gebräunten Mann wendete, ”bitte erzählen Sie uns doch etwas von diesen Japanesen, die wie die Zugvögel kommen und verschwinden.“
”Mit Vergnügen“, antwortete der Kapitän, ”aber was wünschen Sie denn zunächst?“
W.: ”Wie heißt denn eigentlich die Haupt und Residenzstadt von Japan?“
K.: ”Jedo, meine Werthe, welche am gleichnamigen Meerbusen liegt.“
W.: ”Kleines Ding, hm?“
K.: ”Bewahre nein, die Stadt hat ein und eine halbe Million Einwohner und zählt zweihundertachtzigtausend Häuser, die allerdings weder besonders groß noch sehr prächtig sind. Dagegen bieten die vielen Kanäle und die prächtigen aus Zedernholz gearbeiteten Brücken einen herrlichen Anblick. Der Palast des Kubo liegt in der Mitte der Stadt auf einem Hügel, der innerhalb seiner Gräben und Wälle einen Umkreis von fünf Stunden hat.“
W.: ”Fünf Stunden? Das scheint mir etwas stark japanesisch.“
K.: ”Nicht im mindesten; er wohnt aber auch nicht allein da, sondern in drei abgesonderten Gebäuden, mit ihm seine Verwandten und männlichen Nachkommen nebst den Fürsten des Reiches.“
W.: ”Das klingt schon anders, aber wer ist denn dieser Herr Kubo?“
K.: ”Ein gar vornehmer Herr, meine Werthe, das weltliche Oberhaupt des Reiches.“
W.: ”Das weltliche? Gibt es denn auch ein geistliches?“
K.: ”Allerdings! Der Mikado oder Dairi ist der eigentliche Kaiser.“
W.: ”Wer von beiden regiert denn das Land?“
K.: ”Das sollte von Rechtswegen der Dairi thun, aber die Kubo’s haben nach und nach die Gewalt an sich gerissen und herrschen nun unbestritten.“
W.: ”Was aber bleibt denn dem Dairi zu thun?“

K.: ”Im strengsten Sinne des Wortes nichts. Man hat ihn zu einer Art Gottheit gestempelt, für welche jede weltliche Beschäftigung zu niedrig ist, dagegen lebt er in einem fabelhaften überflusse und kleidet sich in das Kostbarste, was die Welt hervorbringt.“
W.: ”Na, da möchte ich diesen Dairi einmal ausfahren sehen, es muß wirklich prächtig sein.“
K.: ”Das würde Ihnen schwerfallen, Madame, der Dairi fährt niemals aus.“
W.: ”Oh, Sie binden uns einen Bären auf, Herr Kapitän, man wird doch den Kaiser nicht in seinem Palaste einsperren?“
K.: ”Man tut es wirklich, meine Werthe, der Dairi wird Tag und Nacht bewacht und darf niemals unter die Menschen. Sein ganzes Leben hindurch verbringt er in seinem befestigten Schlosse.“
W.: ”Nun, hören Sie mal, Herr Kapitän, da möchte ich nicht Kaiser in Japan sein. Seine Untertanen bekommen ihn also niemals zu sehen?“
K.: ”Wenigstens nicht von oben bis unten, Madame. Außer seinen Beamten hat kein Mensch Zutritt zu ihm. Damit aber das Volk doch weiß, daß es einen Kaiser hat, so darf er sich jährlich einmal in eine Galerie begeben, die nach unten offen ist. Da streckt er dann in Gnaden seine Füße aus und zeigt sie dem Volke, das ist alles.“
W.: ”Aber, das ist ja ganz verrückt! Warum sollen die Leute ihn nicht sehen? Das ist nicht zum Aushalten für den Kaiser; darf er denn gar keine frische Luft schöpfen?“
K.: ”Dazu hat er allerdings seine prächtigen Gärten. Wenn er da hinein will, so wird vorher ein Zeichen gegeben, damit alle Sterblichen sich entfernen. Wer es dennoch wagte, zurückzubleiben, würde es mit dem Tode büßen.“
W.: ”Oh, der Arme, so keine Menschen zu sehen! Aber wenn sie nun alle fort sind, da wird er sich einmal an der Luft ausrecken und mit hurtigen Sprüngen zwischen den Beeten hindurchhuschen.“
K.: ”Das wäre gegen die Etikette, meine Liebe. Der Fuß des Kaisers darf niemals den Erdboden berühren, ebensowenig, wie während seines Lebens jemals ein Mensch seinen Namen aussprechen darf.Wenn die Leute entfernt sind, nehmen ihn die Träger auf die Schultern und tragen ihn so lange umher, bis er müde ist.“
W.: ”Das ist schrecklich, einen Namen zu haben, der nicht genannt, einen Leib, der nicht gesehen werden darf, und Füße, denen das Gehen verboten ist! Was sagt aber seine Frau zu diesen sonderbaren Gebräuchen?“
K.: ”Seine Frauen? wollten Sie sagen.“
W.: ”Hat er deren mehrere?“
K.: ”Für gewöhnlich neun mal neun, macht ein und achtzig.“
W.: ”Hu, dieser Mensch! Das ist ja gerade wie bei…“
K.: ”Ungefähr so, es ist aber doch auch manches anders.“
W.: ”Da bin ich begierig, Herr Kapitän; essen die neun mal neun Frauen alle mit ihm; oder darf ihn auch niemand essen sehen?“

K.: ”Niemand, Madame, er muß ganz allein speisen, und da soll auch das Beste nicht immer Um seiner Würde keinen Eintrag zu tun, um sich nicht der Gefahr auszusetzen, daß andere profane Sterbliche aus denselben Schüsseln essen, die seine heilige Hand und sein göttlicher Mund berührt haben, wird das gesamte Tischgerät, wie kostbar es auch immer sein mag, gleich nach der Mahlzeit zertr ümmert; so hat also der Dairi täglich die Freude, funkelnagelneu serviert zu sein.
Ein ganz anderes Vorrecht ist dieses, daß all seine Kleider nur von reinen Jungfrauen angefertigt werden dürfen. An Gold und Edelsteinen fehlt es diesem Sohne des Himmels, dem Nachkommen der Göttin Tea-sio-dai-sin nicht, aber im Grunde genommen ist er doch ärmer als der geplagteste Schuhflicker von Düsseldorf.“
W.: ”Das sage ich mit Ihnen, Herr Kapitän. Aber ist denn der Kubo – oder sagten sie nicht Kubo? – auch so schlimm daran wie der Dairi?“
K.: ”Nein, meine Wertheste, der Kubo herrscht unumschränkt und kann tun und lassen, was ihm beliebt. Darum ist er in der Regel auch ein Despot von reinstem Wasser. Ganz Japan gehört eigentlich ihm; wenigstens werden Grund und Boden als sein Eigentum angesehen, und der fleißige Landmann muß mehr als die Hälfte seiner Ernten als Abgaben und Steuern ihm zu Füßen legen.“
W.: ”Gibt es denn auch Gesetze in Japan?“
K.: ”Freilich, und dazu noch recht strenge; auf die meisten Verbrechen steht der Kopf, selbst auf leichte. Hat aber ein Japaner ein schweres begangen, so begnügt sich der Kubo nicht mit dem Kopf des Schuldigen, sondern die ganze Familie ist dem Tode verfallen. Es kommt sogar vor, daß man eine ganze Straße ausschlachtet oder den ganzen Ort vom Vornehmsten bis zum Geringsten, vom Größten bis zum Kleinsten, für das Verbrechen büßen läßt.“
W.: ”Hören sie mal, Herr Kapitän, das ist barbarisch.“
K.: ”Einverstanden, meine Wertheste; aber was für einen Ausdruck werden Sie gebrauchen, wenn ich Ihnen sage, die Militairpersonen und die Beamten sind noch schlimmer daran. Haben sie einen Fehltritt begangen, den der Kubo für ein Verbrechen hält, so schickt er ihnen den Befehl, sich den Bauch aufzuschlitzen.“
W.: ”Herrje, Herr Kapitän, jetzt schneiden Sie auf.“
K.: ”Sicherlich nicht, meine Wertheste, ich bin ja kein Japanese. Er aber thut’s, und thut’s mit einem gewissen Behagen, denn eine solche Todesart gilt durchaus nicht als Schande.“
W.: ”Nun möchte ich doch aber auch wissen, wie diese Unmenschen gekleidet sind.“ K.: ”Sie werden es bald selbst sehen, meine Wertheste, die Lokomotive pfeift schon.“

Auf dem Perron entstand jetzt eine Bewegung, denn der Zug mit den Japanesen zeigte sich durch anhaltendes Pfeifen an.

Drängen, Geschrei, Hin- und Herwogen, Kampf und Schieben um die besten Plätze entstand unten und oben, und die in der Mitte wurden so gründlich zusammengepreßt, daß mancher gern ohne eine Ocular-Inspektion der Japanesen hinweggezogen wäre, wenn das möglich gewesen.

Jetzt dampfte der Zug in den Bahnhof; die Massen standen mit vorgereckten Hälsen fest und still wie Mauern; alles Getöse verstummte. Von Fensterbänken, Pfosten, Pfeilern und Vorspr üngen herab starrte Gesicht an Gesicht in die Coupées, wo bereits eine Anzahl von sonderbaren Gestalten sichtbar wurde. Die Polizei machte freie Passage zum Wartesaale, die Ortsbehörden und die von Berlin angekommenen Reisebegleiter traten zur Bewillkommnung auf den Perron, und nun öffneten sich die Wagen.

Offenbar hatte sich die Menge eine ganz andere Vorstellung von den achtunddreißig Japanesen gemacht, denn als sie aus den Coupées auftauchten und mit schlurfendem, langsamem Gange durch die Menschengasse schritten, da erhob sich allseitig ein halbunterdrücktes Lachen, dem aber das Gefühl der Schicklichkeit bald Einhalt that.

Vorauf kamen die Prinzen, dann das Gefolge; keiner aber von allen machte den Eindruck, als gehöre er zu der Gesandtschaft eines mächtigen Kaisers. Zunächst fiel die durchgängige Kleinheit ihrer Personen und der Ausdruck der Gesichter auf. Gutmütigkeit und Verschmitztheit machten den Hauptzug aus; aber in keinem einzigen dieser Gesichter machte sich der Ausdruck des Erhabenen geltend. Bei oberflächlicher Betrachtung schienen sie weder großer Leidenschaften noch weltbewegender Ideen fähig. Auf mich machten sie den Eindruck wie Leute, die unter mäßigem Druck und steter Arbeit aufgewachsen, jedes Ding von seiner Nützlichkeitsseite betrachten und sich niemals zur Begeisterung versteigen. Doch, wer darf nach einmaligem Schauen urteilen, wo sich noch dazu diese Menschen unter vollständig fremden Verhältnissen befanden?

Die Haare, rings um den Kopf straff emporgekämmt, glänzten von Pomade und waren auf der Mitte des Scheitels zu einem künstlichen Wulste zusammengebunden, der sich nicht wohl beschreiben läßt.

Die meisten trugen die sonderbare, dem Dache eines chinesischen Sommerhauses nicht unähnliche Kopfbedeckung in der Hand. Vier dieser Herren hatten das Haupthaar glatt abrasiert; es hieß, sie seien die Ärzte der Gesandtschaft.

Über ihre Kleidung trugen sie einen Überwurf von dunkler Farbe, der ihnen etwas Mönchartiges gab, doch fehlte zu diesem Gleichnis die Würde. Auch die mit einer Art von Sandalen bekleideten Füße erinnerten an Mönche, wenn die Bedeckung in den Einzelheiten auch abwich. Hier und dort sah unter ihrem Überwurfe etwas von einer Unterkleidung hervor, im ganzen aber nicht viel. Ihr schlurfender Gang rührte wahrscheinlich vom Schnitt der Hose her, der ihnen kein tapferes Ausschreiten erlaubte, wie denn überhaupt alles an ihnen das Imzügelhalten andeutete.

Die meisten dieser kleinen, gelben Gesichter mit den ziemlich schmal geschlitzten Augen sahen gutmütig, einige sogar jovial aus; aber der ganze Schnitt war fremd und bonzenartig.

Die Prinzen schritten würdevoll daher, weder rechts noch links den Blick erhebend. Vielleicht müssen auch sie etwas von der unantastbaren Hoheit und Heiligkeit des Dairi zur Schau tragen. Die Begleitung aber nahm es mit der Würde nicht so genau, sondern blinzelte munter umher wie Leute, die sich gern von allem unterrichten.

Alle trugen einen Degen, einige mehrere. Einer hatte das Gefäß zwischen Arm und Seite gesteckt; die Spitze erhob sich im spitzen Winkel in die Luft, und oben darauf saßen seine Handschuhe, ein Anblick, der das Lächeln etwas verzeihlich machte. Sonderbar war die Art, wie diese Schwerter, statt an der Seite zu hängen, fast waagerecht aus der Brust hervorstanden. Es sah fast aus, als gingen sie ihnen durch den Leib.

Kleine Metallplatten, welche verschiedentlich auf der Brust, auf dem Rücken oder an den Ellenbogen befestigt waren, zeigten wahrscheinlich Rang und Beschäftigung an.

Im Wartesaale war ein gutes Mahl für die reisenden Asiaten aufgestellt, um welches sie sich alsbald versammelten. Die Prinzen speisten in einem besonderen Saale allein.

Fisch, Fleisch, Kartoffeln und Gemüse ließen sie sich wohlschmecken, verschmähten auch die verschiedenen Weine nicht, wohl aber die Sauce. Am meisten aber schienen ihnen die süßen Leckereien, Früchte und Ananas zuzusagen.

Einige der Herren wußten recht geschickt mit Messer und Gabel umzugehen, andere aber nahmen aus einem Futterale zwei silberne Stäbchen, steckten sie zwischen zwei Finger der rechten Hand und spießten und klemmten die Speisen in einer unnachahmlichen Art, um sie zum Munde zu führen.

Nach dem Mahle ergingen sie sich unter den Anwesenden im Saale, befühlten die Kleiderstoffe der Damen, schüttelten mit dem Kopfe oder nickten beifällig, je nachdem der Stoff ihnen zusagte oder nicht.

Die Leute, die sich durchaus nicht genierten, beschauten und betasteten alles; vieles mochte ihnen neu sein.

In englischer und holländischer Sprache gaben sie Antwort, wenn auch ziemlich fremdländisch und gebrochen.

Einem Schulknaben, der sich die Japanesen lieber ansah, als in die Klasse ging, nahm einer ein Buch unter dem Arme weg, hielt es verkehrt in der Hand, blätterte darin herum und gab es dann zurück, indem er mit dem Kopfe schüttelte und sprach: Dütsch!

Die übriggebliebenen Ananas, die sichtlich ihren Beifall gefunden hatten, ließen sie sich in den Wagen schaffen.

Ehe sie hinweggingen, zeigten sie sich artig gegen die Damen. Sie öffneten kleine Kästchen und verteilten an die Schönen ihre, auf recht schlechtes Papier geschriebenen Visitenkarten, die hinsichtlich ihrer Größe sehr voneinander variierten; einige hatten die Ausdehnung eines Daumens, andere die einer Hand und wieder andere waren einen halben Bogen groß.

Die dicken Schnörkel, die gehäuften Pinselstriche zu entziffern, ging natürlich über die Fähigkeiten der Herren Europäer hinaus, doch waren die einzelnen Pinselstriche der Karten offenbar so sehr verschieden wie unsere lateinischen und unsere deutschen Schriftzüge; während die einen nur aus geraden, zu gehäuften Figuren zusammengesetzten Strichen bestanden, boten die anderen eine ineinanderhängende Schnörkelverkettung von krummen Linien, beide aber zeigten übermäßig Aufwand von Tusche und Zeit.

Um indessen die Empfänger nicht im dunkeln über ihre Persönlichkeit zu lassen, waren die Namen der Adreßverteiler in lateinischer Schrift beigesetzt.

Droebei und Ibar Sati hießen die beiden Herren, deren Adreßkarten ich selbst empfing.

Beim Abfahren ereignete sich ein komisches Intermezzo; es war nämlich einer der Japanesen verlorengegangen, nach welchem gesucht wurde. Gendarmen und Bürger bemühten sich gleich eifrig, den Asiaten herbeizuschaffen, was schließlich gelang.

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