Analyse · Es ist merkwürdig: Egal wie die Saison verläuft – speziell in Bezug auf dieses bescheuerte Saisonziel – labern Trainer und Journalisten in den Spielvorbereitungspressekonferenzen immer denselben Quatsch. Immerhin gab Uwe Rösler bei der Vorab-PK zum Nürnberg-Spiel zu, dass nicht (mehr?) auf die Tabelle geglotzt wird, sondern auf die kommende Partie. Ihr höchst Ergebener ist der Meinung, dass von nun an die Saisonvorbereitung auf 2021/22 beginnt. Was bedeutet, dass Perspektivspieler auch dann Spielzeit haben müssen, wenn das zu Niederlagen führt. So einfach.[Lesezeit ca. 4 min]

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Kein Matchplan, aber eine Aufstellung

Auch die Schnauze voll von Matchplänen, die schon nach kurzer Zeit Makulatur sind? Und vor allem die Basis für die Schönrederei vergeigter Halbzeiten sind? Dann geht’s euch wie dem Ergebenen. Natürlich will jeder Liebhaber der attraktiven Diva, dass ihre Burschen immer jedes Spiel gewinnen, aber manchmal haben Partien, die nur remis endeten oder verloren wurden, einen höheren, quasi transzendenten Wert, weil sie das Bewusstsein erweitern und zu höherer Weisheit führen.

Wenn wir also davon ausgehen, dass die Begegnung mit dem fränkischen Glubb Spiel 1 der Vorbereitung auf die Zweitligasaison 2021/22 ist, spielt das Ergebnis “am Ende des Tages” (uuarrgh!) keine wichtige Rolle. Wichtiger wird sein, bei der Aufstellung zwischen Kaderinsassen zu unterscheiden, die in der nächsten Spielzeit das Gerüst der neuen Mannschaft bilden werden, und denen, die entweder nicht mehr da sind oder von der Leistung her nicht mehr passen.

Im letztgenannten Punkt wird’s knifflig. In Situationen wie dieser schreien ja viele Fans nach der Jugend. Nachdem unsere glorreiche Zwote den RWE (…f***en und vergessen) abgefieselt hat, entblödeten sich einige Social-Media-Krieger mal wieder nicht zu fordern, dass die U23 die Zweitligasaison zu Ende spielen soll. Mal abgesehen davon, dass das verbandstechnisch gar nicht möglich wäre, drückt eine solche Forderung nur ein verkorkstes Verständnis vom Umgang mit Spielern aus, die solche schwachhirnigen Zeitgenossen auf diese Weise bestraft sehen wollen.

Die weniger verblödeten Fans neigen zu einer anderen Form der Radikalität, nämlich, nur noch die jungen Wilden ranzulassen und die verdienten alten Säcke komplett zu ignorieren. Das wäre so fatal wie das ständige Setzen auf “Erfaaaahrung”, denn die Mischung macht’s. Das war bei der Fortuna in den letzten Jahren zu Zeiten eines Jens Langeneke und mehr noch in der Ära von Käpt’n Fink ein Erfolgsrezept. Verrückt genug plädiert Ihr unwahrscheinlich ergebener F95-Beschreiber in diesem Punkt klar für Käpt’n Bodze. Und stimmt damit dem Cheftrainer zu, der den guten Adam am Sonntag unbedingt in der Startelf bringen will.

Wer noch von den Älteren? Ganz klar Matthias “Zimbo” Zimmermann, auch wenn der in den letzten Partien ein wenig überspielt wirkte. Aber der Zimbo könnte und sollte ähnlich wie Bodze einer der Erfahrungsträger im Team 2021/22 sein. Ob auch der überaus verdiente Rouwen Hennings den Dritten in diesem Bunde geben kann oder soll, wird nach Meinung Ihres Ergebenen immer zweifelhafter. Das sieht bei Andre Hoffmann anders aus, der gehört definitiv dazu, auch wenn er in der morgen beginnenden Saisonvorbereitung seinen Platz mal für Christoph Klarer oder Jamil Siebert wird räumen müssen. Ein weiterer Oldie, der doch bitte auch im kommenden Jahr eine wichtige Rolle spielen soll, ist natürlich Alfie Morales.

Womit wir zu den aktuellen Insassen des Kaders kommen, denen Ihr Ergebener keine Perspektive mehr zutraut. Beginn bei Kenan Karaman, weil der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im F95 im Sommer verlassen wird. Gilt auch für Leihspieler Kevin Danso und – ja, bitte! – für Brandon Borello. Eddie Prib traut der Ergebener leider, leider auch nicht zu, nochmal zum Leistungshelden zu werden, da sieht er bei Kuba Piotrowski das wesentlich größere Potenzial. Kompliziert liegt der Fall beim jungen Kelvin Ofori, der vielleicht am meisten unter dem blöden Saisonziel gelitten hat und sich nicht entwickeln konnte – für den guten Kelvin wäre eine Verleihung in eine möglichst nette Drittligamannschaft vermutlich das Beste. Bis dahin aber sollte er … SPIELEN!

In diesem Geiste ist der folgende Serviervorschlag für das Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg entstanden.

So könnte die neue Mannschaft gegen den 1. FCN aussehen

Der Tipp

Das ergebene Bauchgefühl erwartet ein wildes Spiel, ungefähr so wild wie die zweite Halbzeit in Heidenheim. Aber mit dem besseren Ende für unsere Jungs – ihm schwebt da ein 3:2 vor. Die Rechenkunst deutet aber eher auf ein torloses Unentschieden hin, denn die Defensive der Glubberer ist inzwischen saustark. Entscheidend könnte werden, wer das erste Tor schießt: Ist es Nürnberg, gewinnt die Fortuna. Geht F95 zuerst in Führung, wird es ein Remis. Aber Geld würde Ihr Ergebener auf beide Tipps nicht setzen…

3 Kommentare

  1. MagierTom am

    Natürlich darf der Ergebene hier träumen vom 1. Spieltag der neuen Saison. Das würde ich auch begrüßen. Doch wer glaubt noch an den Weihnachtsmann??? Oder heißt diese Zeitschrift jetzt „The Freiburger“??? In der Pressekonferenz hat Herrn Rösler sich selber nochmals übertroffen, einem Adam Bodzek ein gutes Spiel zu attestieren und er wäre wichtig als Stabilisator … (im Kicker Note 5, in den letzten 3 Spielen auch im Durchschnitt Note 5) also für die 2. Liga reicht es nicht mehr. …wofür hat man denn ein Piotrowski geholt? In der IV wird kein Klarer, kein Siebert spielen in den nächsten Wochen (da kommt eher der Kranjic zum Einsatz). Die glorreiche Fortuna nimmt sich leider wieder eine gute Gelegenheit einen Schnitt zu machen und sich für die neue Saison vorzubereiten…. nächste Woche wieder viele Berichte und Kommentare der Spieler und Verantwortlichen, dass der Aufstieg noch möglich ist

  2. Volle Zustimmung zu dem Artikel und der Aufstellung. Aber ich glaube nicht, dass Herr Rösler den notwendigen Mut aufbringt. In der Pressekonferenz hat er ja erklärt, inzwischen erkannt zu haben, dass Kownacki wohl eher Aussenstürmer denn Stoßstürmer ist. Ob es stimmt oder nicht, kommt diese Erkenntnis aber früh. Hört dich für mich nach Verzweiflung und nicht nach Konzept an. In der Aufstellung hier ist er ja als vorderer Stürmer aufgestellt. Nun ja, links von ihm ist keiner mehr, könnte man als Außenstürmer durchgehen lassen.

    Bodzek sehe ich auch nicht so kritisch, wie viele. Sofern er Unterstützung hat, da nicht mehr der schnellste, kann er mit seiner Erfahrung und seiner Kompromisslosigkeit schon ein Faktor sein. Klarer, später Siebert als Einwechselspieler würde ich auch gerne sehen, ebenso Piotrowski. Wie gesagt, traue ich R. nicht zu. Zu verlieren hat er eigentlich nichts mehr. Ich schätze, sein Vertrag wird nicht verlängert. Als Vorstand würde ich mit ihm reden und ihm erklären, dass jetzt der Punkt gekommen ist, Spieler nach und nach einzubauen oder einzuwechseln, die nächste Saison noch da sind. Hatte ich schon nach der Würzburger Kacke “gefordert”. Dann kann man sehen, wie es mit den Spielern und mit dem Trainer läuft. Das wäre meiner Ansicht nach die einzige Chance auf einer Vertragsverlängerung.

    Ich war sehr lange für ihn. Aber momentan sehe ich bei uns nur Rückschritte und kein wirkliches System. Letzte Woche z.B. einen Prib, der eh’ derzeit nicht in Form ist, auf links aussen zu setzten, ich weiß nicht, was das soll.

    Seit Würzburg sehe ich die Saison absolut entspannt runter. Hilfreich, weil ich nichts mehr groß erwarte. Eine Enttäuschung morgen würde sich dann auch in Grenzen halten. Oder es wird schön, weil Fortuna mal wieder ansehnlicheren Fußball spielen wird. Aber nee, glaube ich nicht wirklich dran.

  3. Von mir auch volle Zustimmung zu Deinem Artikel. Allerdings sehe ich Bodzek nicht als so wichtig an, wie es ein Langeneke oder Fink für die Mannschaft war. Da gehe ich eher mit der Meinung von Magiertom. Bodzek bringt nicht wirklich Ruhe ins Spiel, wie es ein Langeneke gemacht hat. In den letzten Spielen könnte man sehen, dass Bodzek in den entscheidenden Momenten nicht auf der Höhe war. Das ist nicht mehr zweitligareif. Und für’s Sammeln von gelben Karten haben wir ja schließlich noch Sobotka und Morales.
    Die Aufstellung gefällt mir, mit Morales anstatt Bodzek. Bei Ofori bin ich mir noch nicht für 90 Minuten sicher. Das wäre dann ein hartes Spiel für Zimmermann. Peterson hingegen muss man immer wieder spielen lassen, damit er sich an den deutschen Fussball gewöhnt. Gleiches gilt für Koutris.
    Ich könnte mir auch gut eine dreier Abwehrkette aus Krajnc, Danso und Klarer vorstellen. Davor Koutris, Morales, Piotrowski und Zimmermann und vorne Peterson, Kownacki und Ofori (Karaman).
    Ich hoffe insgesamt, dass die Jungs morgen entspannt auf den Platz gehen, gemäß Ihre Überschrift für diesen Artikel. Dann tippe ich auf ein 3:1. Denken die aber noch immer an den Aufstieg, vergeigen sie es.

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