Jedes Jahr findet in einer wunderschönen Ecke Flingerns ein kleines, aber unglaublich schönes Festival statt, das Flingern Open Air, kurz FOA. Allein der Weg dorthin ist schon herrlich. Entweder über den Flinger Broich am alten Fortuna-Stadion und dem neuen Nachwuchsleistungszentrum vorbei oder aber den einst verruchten Hellweg runter. Beide Wege sind für mich Flingern pur. Und dann muss man nur noch den Platz des Eisenbahner SV Blau-Weiß finden. Gelegen zwischen Bahngleisen, Tennisplätzen und Schrebergärten steht hier eine der ältesten und schönsten Tribünen Düsseldorfs, und dahinter gibt es eben auf einem Nebenplatz das FOA.

Das FOA ist nicht vergleichbar mit anderen Festivals. Immer wieder rauschen hier ratternd Züge vorbei, aber der Musik und dem Spaß tut das keinen Abbruch. Man trifft sich, quatscht, trinkt und isst, hört den Bands zu und ist einfach nur Mensch. Jajajajaja, klingt alles arg romantisch – ist es aber auch. Es gibt eine „Umsonst-Ecke“ für Leute, denen das Leben und/oder das Arbeitsamt gerade nicht so gut mitspielen, Kinder werden bespaßt, und für leckeres Essen und kühle Getränke ist gesorgt. Alles organisiert von Fred Kurasch und einer Crew aus Freiwilligen, die sich wirklich den Allerwertesten aufreißen, damit die Bands und die Besucher jedes Jahr aufs Neue eine gute Zeit haben. Und wenn man sich mal anschaut, wer da schon alles gespielt hat, weiß man: Die Bands spielen hier gerne. So zum Beispiel Voodama, Korsakow, The Porters, Rogers, Cashbar Club, um nur einige zu nennen. Dazu dann aber eben auch viele junge neue Bands jeden Genres, die zu begeistern wissen.

Musikalisch bunt

Auch in diesem Jahr war das FOA musikalisch bunt wie immer. Für jeden war sicher eine Band dabei und manch eine Truppe eben für fast alle. Wenn ich jetzt einige Acts herauspicke, dann nur, weil ich eben nicht auf alle näher eingehen kann. So viel Platz hat selbst eine so großes Online-Magazin wie The Düsseldorfer nicht. Meine Highlights am Freitag waren sicherlich The Desolators und Hanf im Glück. Erstere mit schmutzigem Schweine-Rock´n´Roll à la The Bones, HiG hingegen mit rockigem Pop für den Sommer. Dazwischen gab es noch sehr guten Heavy Metal von Blessed by Rhenus, Funk von Da Funk, Rock von Swift Exit und ein DJ-Hiphop-Set von Modusteam. Alles junge und sehenswerte Combos.

Am Samstag ging es dann auf dem gut gefüllten Gelände weiter. Hier überzeugten mich besonders Captain Bilk mit schnörkellosem Punkrock und einem Sänger, der das Wort Show ernst nimmt und Spaß macht. Und Sinnfrei, die mit Bläsern und krachigen Songs erstmals echte Bewegung ins Publikum brachten. Ach ja, nochmals herzlichen Glückwunsch an Gitarrist Enno zum Geburtstag und zur Hochzeit. Die größte Überraschung hingegen waren an diesem Tag RubbelDieKatz. Mit witzigen Songs und cleveren Bläsersätzen haben die Jungs eine unglaubliche Entwicklung hingelegt. Kompliment für diesen Auftritt.

Danke an Fred und die anderen

Klar, die Könige des Abends waren die sexy Boys von The John Porno Punk Explosion. Die Bands steht mit ihren Covern aus Punk und anderen Genres für Partyspaß pur. Aber wie schon eingangs geschrieben, alle Bands waren klasse. Man kann nur hoffen, dass dieses Do-it-yourself-Festival bestehen bleibt. Denn im Gegensatz zu anderen lebt das FOA nicht von Zuschüssen der Stadt, sondern finanziert sich zum größten Teil selbst. Daher Danke an Fred, Frau Fred und alle freiwilligen Helfer für ein erneut großartiges Wochenende.

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