Opas kleine Kolumne: Die Ödnis des Stadtstrands

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[Wir sind stolz und glücklich, mit dem Fortuna-Stadion-DJ Opa einen weiteren Mitstreiter gefunden zu haben, der in seiner Kolumne zu Dingen, die ihm in Düsseldorf aufgefallen sind, regelmäßig und meinungsstark Stellung nehmen wird.] Momentan bin ich nahezu täglich mit dem Rad in Düsseldorf unterwegs. Für mich der sportliche Versuch einen Burnout in den Griff zu bekommen, der ja immer noch von vielen einfach als „Weicheier-“ oder „eingebildete Krankheit“ abgetan wird. Na ja, vielleicht ändert sich das ja doch noch mal eines Tages. Wie auch immer, ich lerne auf meinen Touren unsere schöne Stadt für mich neu kennen. Viele Stadtteile habe ich so noch nie besucht und manche Ecken kannte ich nur vom Vorbeifahren. Ohne Rad hätte ich wahrscheinlich auch nie die neuen Stadtstrände gesehen, die ja schon im Vorfeld für viele Diskussionen gesorgt hatten. Die ersten Präsentationen waren durchaus gelungen, und weckten bei vielen Vorfreude. Die Realität hingegen sieht dann doch anders aus.

Als ich vor einigen Tagen auf meiner Tour zur Theodor-Heuss-Brücke kam, dachte ich zuerst, ein Gebrauchtwagenhändler hätte hier eine Filiale eröffnet. Zumindest erinnerten mich die bunten Wimpelfähnchen sofort daran. Und der Rest? Ein verbrannter Rasen, eine Aussicht auf eine Landungsbrücke und dazu ein paar Schirmchen, die sich in Cocktailgläsern entsprechender Größe besser gemacht hätten. Das alles vor ein paar Containern, die durchaus nett anzusehen sind, aber auch nicht das Feeling von Strandbuden vermitteln. Und natürlich die obligatorische Chillingmusik, die auch recht laut aus den Boxen dröhnte. Das einzige, das mich an Urlaub erinnerte, waren die Preise für Getränke. Espresso 2,50, Bier 4,50 für einen halben Liter und vier Euro für ne Pommes. Mein Vorschlag: Bietet dazu noch Sangriaeimer und Ballermann-Doofmanns-Musik, an – fertig ist das Urlaubsfeeling.

Ich weiß, dass private Unternehmer dahinterstehen und das auf eigenes Risiko machen. Ich weiß auch, dass die Stadt nicht wirklich unterstützt hat und auch das Aufschütten von Sand nicht erlaubt gewesen ist. Aber ehrlich, Leute, diese Plätze sind trostloser als die gesamte Stadt Gelsenkirchen und die ist schon ein Ort, in der man jede Hoffnung verliert. Vielleicht sollte man mal einen Stadtstand am Bertha-von-Suttner-Platz aufmachen. Die Ecke da könnte ja auch mal etwas mehr Feeling benötigen. Denn auch das Ufer beim KIT ist durch die Bedröhnung und die Fressbuden nicht besser geworden. Wo sich vorher Leute privat hingelegt haben, muss man jetzt ständig Essengerüche und typische 0815-Musik ertragen. Schön und cool ist das nicht. Zumindest nicht für mich.

Wem das Spaß macht, bitte schön. Kein Problem, Aber ich würde ja noch ein paar brennende Ölfässer hinstellen, dann hätte das ganze zumindest New Yorker-Flair. Da verbringe ich persönlich doch lieber meine Sonnenstunden irgendwo im Volksgarten, am Rheinufer oder einfach am Fortuna-Büdchen. Das ist mehr Stadtstrand als alles andere zusammen.

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