Heute geht es um eine Band, die international ziemlich erfolgreich ist, aber in der schönsten Stadt am Rhein immer so ein bisschen nebenbei läuft. Das mag daran liegen, dass sie eben auch nur teilweise düsseldorferisch ist. Oder auch: Dass die Musik einigermaßen intellektuell daherkommt. Das glaubt man aber nur, so lange man die Herren nicht live gehört hat. Ihr sehr ergebener Rätselonkel hat sie mehrfach in echt erlebt – u.a. am Tag seines 49. Geburtstags. Es war grandios. Und trotzdem… Die können beinahe jederzeit in den Metropolen der Erde auftreten, aber bei uns sieht man sie nur selten. 14 Alben haben sie gemacht und unterwegs die elektrische Musik ein bisschen verändert. Das liegt daran, dass den Kern ein Tüftler und ein Vollblutmusikant bilden, die sich selbst vor allem als Künstler verstehen und sich weniger dem Entertainment-Business zurechnen.

1. Wie heißt die Band: Mouse on Mars
2. Womit bearbeitet der Bassist sein Instrument gelegentlich zu Soundzwecken: mit einem Vibrator in Stabform

Schon ein Wunder, dass eine kölsch-düsseldorferische Combo so harmonisch musizieren kann. Denn Köln, das sind BAP und die Höhner, während Düsseldorf ja mehr so Kraftwerk und Die Toten Hosen sind. Im Ernst: Die städtische Rivalität hat bei diesem Trio, das als Duo begann, wohl keine Rolle gespielt. Eher schon die unterschiedliche musikalische Herkunft, die einen Elektrotüftler mit einem Multininstrumentalisten und einem Herzblutpercussionisten zusammengebracht hat. Zuwas sowas in der Lage ist, kann man vor allem live erleben, denn dann spielt jede Mouse was sie am besten kann.

Und trotzdem: So richtig in den Fokus der breiteren Öffentlichkeit sind MoM nie gekommen. Stattdessen hat das Goethe-Institut sie auf Reisen geschickt, und in Japan sind sie weltberühmt. Ihr ergebener Rätselonkel ist der Meinung, dass Jan St. Werner und Andi Toma viel mehr Beachtung verdient hätten, weil sie einen ganz eigenen, elastischen Sound erfunden haben und Geräusche untereinanderrühren wie Karotten in Möhren bürgerlich. Das ist anspruchsvoll und wirkt manchmal überintellektuell, macht aber auch einen Heidenspaß – wie beim folgenden Stück:

Mouse On Mars – Mycologics

Das Excel-Orakel hat den Leser DüsseldorferanderElbezum Gewinner bestimmt – er möge sich zwecks CD-Verschickung bei uns melden.
Hauptpreis ist dieses Mal eine CD, also ein Original-Album der Band. Dieser Preis wird verlost unter allen Leserinnen und Lesern, die bis Donnerstag, 01.10. um 17:00 einen sinnvollen (und möglichst begründeten) Lösungsvorschlag einreichen.

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9 Kommentare

  1. DüseldorferanderElbe am

    Hmm:
    Die Krupps.Jürgen Engler.
    Stahlophone (Eisenstäbe auf Stahlrohre).
    Baßgitarre: Rüdiger Esch.

  2. Ich tippe mal auf Kraftwerk, obwohl die glaube ich seit Jahrzehnten keinen Bassisten mehr haben…

  3. DüseldorferanderElbe am

    Ergänzung:
    Bei der Stahlwerkssinfonie „rumpelte“ auch Bernward Malaka (Baß)noch kräftig mit.
    Christian Ludwig „Chrislo“ Haas (Baß; Saxophon, Synthi) hatte schon früh eine Baßlinie (1982) auf dem MS 20 (Kork) eingespielt(Liaisons Dangereuses;Los niños del parque), die vielfach von Kraftwerk und Anderen benutzt wurde. Er hat unter anderem auch bei DAF (Gabi Delgado-López)gespielt (14 Alben)!

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