Heute startet der Düsseldorfer eine kleine Miniserie, die sich strikt an Hundehalter wendet. Immer wieder fragen Neuankömmlinge oder Düsseldorfer, die ihren ersten Hund haben, wo man die Töle denn frei laufen lassen kann, ohne Ärger mit dem OSD und Leuten zu kriegen. Unter dem Stichwort „Hundefreiheit“ sollen die besten Areale in Düsseldorf und Umgebung vorgestellt werden. Immerhin ist die schönste Stadt am Rhein aus Hundehaltersicht ganz schön priviligiert, weil an den Ufern von Vater Rhein von der Grenze zu Duisburg im Norden bis runter nach Monheim bzw. von Lank bis Grimmlinghausen die Rheinwiesen locken. Und generell besteht auf den linksrheinischen Rheinwiesen Leinenfreiheit. Rechtsrheinisch ist es nicht ganz so einfach. Deshalb beginnt die Serie mit dem Gelände am Lohauser Deich. Wer aus der Stadt kommt, fährt am besten den Parkplatz am Wasserwerk (Am Staad) von der Rotterdamer Straße aus an; also am Ufer unterhalb der Arena. Dort finden sich alltags immer ausreichend viele Parkplätze, und auch an den Wochenenden findet man meist ein Eckchen für den Karren. Theoretisch kommt man auch mit dem ÖPNV hin. Die U78 endet an der Arena.

Man führt die Töle die Treppen hoch, wendet sich links und geht die Treppe hinter den Kassenhäuschen wieder herunter. Scharfe Wendung um 180°, und dann über die Beckbuschstraße bis zum besagten Parkplatz. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: eine völlig legale und eine geduldete. Um die geduldete zu nutzen, geht man runter an den Fluß und biegt an der Panzerrampe nach rechts ab, um immer entlang des Zauns zum Wasserschutzgelände zu spazieren. Bei Niedrigwasser kann man sogar ständig am Wasserrand entlanggehen. Wo der Zaun endet, öffnen sich die Rheinwiesen unterhalb des Lohauser Deiches.


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Von hier aus bis zur Flughafenbrücke kommen Hundehalter mit niemanden in Konflikt – außer gegebenenfalls mit anderen Hundehaltern. Der Hund kann wählen, ob er unten am Ufer schnüffeln und das Wasser testen will oder ob er lieber über die Wiese tobt. Aber, ACHTUNG! Der Rhein ist ein möchtiger Strom und deshalb selbst für schwimmfähige Köter gefährlich. Gerade am Ufer bilden sich oft bedrohliche Strudel, die den Fellträger in die Mitte des Flusses ziehen können. Deshalb sollten Hundehalter ihre Lieblinge vor allem bei höherem Wasserstand vom Strom fernhalten! Bis zur Brücke hat man rund 2,5 Kilometer zurückgelegt, sodass die Runde auf knapp 5 Kilometer kommt. Die lässt sich jedoch verlängern. Jenseits der Flughafenbrücke gibt es allerdings landwirtschaftlich genutzte Fläche, die zu respektieren sind – natürlich ganz besonders in den Zeiten der Aussaat. Auf jeden Fall kann man, so man sich in Ufernähe hält, locker bis nach Kaiserswerth marschieren – das sind dann rund 6 Kilometer. Besonders für Leute, die per U-Bahn angereist sind, schließt sich dort der Kreis, denn in Kaiserswerth kann man ja die U78 entern und bequem zurück in die Stadt fahren. Autofahrer müssen leider denselben Weg zurückgehen und haben dann gut und gerne 12 Kilometer absolviert.

Kommen wir zur Frage der Legalität zurück. Am Staad an der Panzerrampe finden sich seit einiger Zeit massive Absperrbügel Richtung Trampelpfad sowie Schilder, die in herrischem Ton das Betreten des Ufers verbieten. Das ist so weit konform mit den Wasserschutzgesetzen, wurde aber vor allem eingeführt, weil das Ufer in den Sommern gerne als Partyland missbraucht und ganz erheblich verschmutzt wurde. Selbst wenn man Wasserwerksmitarbeitern dort begegnet, zucken die nicht mal mit den Augenbrauen. Stattdessen wird bei Hochwasser der Zaun im Norden und im Süden geöffnet, sodass der Hundemensch notfalls durchs verbotene Gelände tapern kann – auch das wird dann geduldet. Legal und besonders, wenn längere Strecken geplant sind, ist der Weg oberhalb, also vom Parkplatz aus durch die vom Sturm Ela fürchterlich zerrissene Allee, die einst eine der schönsten der Stadt war. Der führt zum Eingangstor des Wasserwerks, wo es einen öffentlichen Trinkbrunnen gibt, der allerfrischestes Düsseldorfer Trinkwasser liefert. Freundliche Menschen haben dort ein Napf angekettet, sodass die Halter ihren Perlznasen dort ebenfalls einen Drink servieren können. Auf dem Hinweg empfiehlt sich der Brunnen zum Auffüllen der mitgebrachten Trinkflaschen, auf dem Rückweg um sich Kopf und Nacken kühl zu befeuchten. Außer dem Trinkbrunnen Am Staad gibt es unterwegs keinerlei Einkehrmöglichkeiten. Erst in Kaiserswerth finden sich jede Menge Büdchen und vor allem den wunderschönen Biergarten namens „Galerie Burghof“, in dem auch Hunde vom Personal gut behandelt werden.

Unter der Woche trifft man vormittags nur wenige andere Halter, und es sind fast immer dieselben: Anwohner aus Golzheim und Lohausen. Manchmal kommt einem die Dame mit den zwölf Kötern unterschiedlicher Geschmacksrichtung und Größe entgegen, deren Rudel aber ausgesprochen freundlich ist. Selten kommt es zu Konflikten, weil sich gerade vormittags nur gelassene und erfahrene Halterinnen und Halter dort bewegen. Das kann am Wochenende ganz anders aussehen, weshalb der Sonntagsnachmittagsspaziergang unterm Lohauser Deich nur bedingt empfohlen werden kann. Aufpassen müssen Besitzer von Hunden mit ausgeprägtem Jagdtrieb. In der Saison wimmelt es am Deich, auf dem sich vor allem Rennradler, Rollerskater und Extremjogger bewegen, nur so von Kannichen – entdeckt die befellte Jagdwurst diese Viecher, kann sie ausbüxen und schlimmstenfalls bis zum Parkplatz nördlich der Arena gelangen, oder sogar auf due Autobahn rennen. Weil die falschen Hasen aber in Ufernähe selten sind, sollte man sich mit Jägern IMMER vom Deich selbst fernhalten.

Es gibt einen alternativen Einstieg in die Route. Über die Lohauser Dorfstraße fährt man bis zum Lanzt’schen Park und stellt den Wagen dort ab. Dann durchquert man diesen sehr eigenwilligen Park und landet auf freiem Feld rechts der Flughafenbrücke. Bis zum Ufer sind es dann rund 10 Gehminuten. Hat man mehr so ein Spielkind als Hund, bietet es sich an, entlang der Autobahnböschung runter an den Fluss zu gehen, wo Hasso rumtolen und mit anderen Hunden toben kann. Später wandert man ein paar Schritte Richtung Norden und biegt landeinwärts ein. An den Pferdehöfen vorbei und sich am Ende rechts haltend, kommt man wieder zum Lanzt’schen Park … wo das Auto dann hoffentlich noch steht.

[Nächste Folge: Halbinsel Lörick]

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