Wie kann einer behaupten, er sei Fortuna-Fan, wenn er immer bloß zur Ersten rennt und die anfeuert? Ein Verein ist mehr als ein Team, und der Nachwuchs ist doch die Zukunft. Und trotzdem finden sich nie viele Zuschauer im Stadion, wenn die Zwote mal nicht zeitgleich mit der Ersten antritt oder unsere tollen U17- und U19-Teams spielen. Das ist einerseits schade, andererseits verständlich, denn es gibt ja für die meisten Anhänger ein Leben außerhalb des Fußballs. Umso erfreulicher war es, dass gestern um die 200 Menschen mit rotweißem Herzen die U19 im Pokalspiel gegen den MSV, das unsere Jungs mit 1:0 gewannen, unterstützt haben.

Dieses begabte Team unter der Leitung von Cheftrainer Sinisa Suker (mit Pico Niestroj und Dennis Da Silva als Co-Trainer) spielt in der Staffel West der dreigeteilten A-Junioren-Bundesliga und gehört damit zu den 42 besten Mannschaften dieser Altersklasse. Nach dem 21. Spieltag, an dem es einen 8:0-Kantersieg über Tabellennachbar Rot-Weiß Oberhausen gab, steht F95 in der Tabelle auf Platz 8. Aus den drei Staffeln ziehen insgesamt vier Mannschaften in die Endrunde um die deutsche Meisterschaft ein, davon zwei aus dem Westen. Realistische Chancen auf eine Teilnahme hat unsere U19 nicht; Tabellenführer ist der Äff-Zeh mit 48 Punkten gefolgt von Dortmund (47), Schalke (43) und Bochum (40), während unsere gerade mal auf 28 Punkte kommen.

Erfolgreich in der A-Junioren-Bundesliga West

Seit ihrem Aufstieg im Jahr 2009 konnte sich die F95-U19 immer mindestens im Mittelfeld der Schlusstabelle platzieren, bestes Ergebnis war der 4. Platz in der Saison 2015/16. Wie wichtig diese A-Junioren-Bundesliga für die Vereine ist, kann man schon daran ablesen, welche aktuellen Topspieler schon einmal im U19-Endspiel gestanden haben; die Liste reicht von Lasogga bis zu unserem Jean Zimmer. Außerdem spiegeln die Deutschen Meister und Finalteilnehmer der letzten zehn, zwölf Jahre sehr gut wider, wo guter Nachwuchs ausgebildet wurde: hier finden sich nicht unerwartet Borussia Dortmund, Schalke 04, Bayern München und Bayer Leverkusen, aber eben auch Hansa Rostock, VfL Wolfsburg und Hoffenheim wieder.

Nun ist ja in diesen Wochen das eindrucksvolle Nachwuchsleistungszentrum der Fortuna eröffnet worden, das wirklich optimale Bedingungen für die Ausbildung des rotweißen Nachwuchses bietet. Ziel der Übung war auch, die Fortuna wieder attraktiver für Talente aus Düsseldorf und dem Umland zu machen, also junge Spieler für F95 zu gewinnen, die sonst zum Äff-Zeh, zu BMG, nach Leverkusen oder zu einem der Ruhrpottvereine gehen würden. Die Voraussetzungen sind da, es kommt nun drauf an, was das NLZ-Personal daraus macht.

U19: Lehrreich für selbsternannte Trainer

Und, ja, das sollte den Fortuna-Fan aber sowas von interessieren! Gerade diejenigen, die in Foren und auf Facebook ständig den Trainer und Scout raushängen lassen, sollten sich – verdammt nochmal! – beim eigenen Nachwuchs umschauen und nicht immer nur irgendwelche Kicker vorschlagen oder fordern, die gerade irgendwie auf dem Markt sind. Nehmen wir einmal das leidige Thema Torhüter. Da werden Namen genannt ohne Ende, und der BILD-Ableger transfermarkt.de verbreitet allerlei Gerüchte. Dabei steht in der U19 ein Keeper namens Justin Möllering, der noch keine 18 ist, aber seinen Job sicher und abgeklärt erledigt wie ein Michael Rensing. Und das ist nur ein Beispiel…

Kenner sagen übrigens: U19 ist die neue Zwote. Das U23-Team, das einigermaßen erfolgreich in der Regionalliga West kickt, hat eine kleine, treue Fangemeinde, die noch aus den Zeiten stammt, als die liebevoll so genannte Zwote DIE Nachwuchsmannschaft der Fortuna war. Heute dient diese Zwote zwar immer noch dazu, jüngere Kollegen an den Kader der Ersten heranzuführen, aber immer öfter laufen dort altgediente Fortunen nach ihrer Rückkehr (siehe Lumpi) auf oder treten Profis aus der Ersten an, die es dort nicht geschafft haben. Der Stammkader von Trainer Nico Michaty besteht gerade einmal aus 17 Mann, von denen ungefähr ein Drittel Chancen darauf hat, eines Tages irgendwo in der ersten oder zweiten Bundesliga zu kicken.

Wer also wirklich wissen will, welche Spieler aus dem eigenen Nachwuchs es so draufhaben, dass man sie gern in der Ersten sehen würde, der schaue bitte nicht nur bei der Zwoten vorbei, sondern immer mal wieder bei der U19 und auch der U17. Das bildet, und wenn mehr Leute beim Spiel sind, haben die Jungs auch mehr Spaß.

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2 Kommentare

  1. Alberich am

    Jaja ich weiss …. bin auch so einer der n Leben ausserhalb Fortuna hat … werde mich versuchen zu bessern!!!

  2. In der Bundesliga-West der U17 vertritt auch noch die SG Unterrath unsere geliebte Stadt !!!

    Und das schon im zweiten Jahr !!!

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