Kürzlich äußerte jemand die Meinung, dass Punk in Düsseldorf nur so groß werden konnte, weil Ende der Siebzigerjahre die jungen Leute keinen Bock auf dieses ganze (Zitat) „Kunstgewichse“ von Kraftwerk und Konsorten hatten. Dass der Ratinger Hof die Punk-Zentrale wurde, entbehrt nicht einer gewissen Komik, denn die Musiker aus den Kreisen der Kunstakademie verkehrten u.a. gleich nebenan in der Uel und im Einhorn. Trotzdem ist dieses Verdikt ungerecht, denn nur die Kraftwerker gingen die Sache schon von Beginn an mit Kunstanspruch an. Von den knapp anderthalb Dutzend Protagonisten der elektrischen Musik aus Düsseldorf waren die meisten – so alt genug – schon zu Zeiten der Beat-Musik aktiv. Und deshalb Musiker durch und durch. Manche von denen durchliefen bis Mitte der Achtzigerjahre etliche Projekte, manche verdingten sich nach einer kurzen Promi-Phase als Studiomusiker. Die wirklichen Innovatoren der Szene, die Rüdiger Esch dankenswerterweise in seinem tollen Buch Electri_City vorstellt, sind leider ziemlich aus dem Bewusstsein der Düsseldorfer Musikhörer verschwunden. Das ist besonders schade bei dem Musiker, der heute gesucht wird und den viele internationale Popartisten als wichtigen Einfluss benennen. Er war an einem legendären Streit unter Musikern beteiligt und hat sich mit seinem Gegner, der bereits tot ist, nie versöhnt.

1. Wie heißt der gesuchte Musikus?
2. Wie hieß sein Gegner im Streit?
3. Mit welcher Band hat er vor ein paar Jahren gejammt?

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6 Kommentare

    • Merlin van Reboe am

      Sehe ich auch so und die Antwort auf 3 wäre dann „Red Hot Chili Peppers“ (ohne Googeln gewusst 😉 )

    • Rainer Bartel am

      Kein Wunder, dass du richtig löst, Sosho – bist ja schließlich Kollege vom Rother – wenn auch an einem anderen Instrument.
      Und, Merlin, ja genau: Die Peppers waren es…

      • Neu! hab ich spät in der BBC Krautrock dokumentation kennengelernt ,in die die anderen schönen Sachen aus Düsseldorf hab ich mich erst nach dem meeting in Schumi Ost verliebt
        In den Fairlight auf dem PHOTO schon viel früher ,als er in einer Wetten ,dass Sendung vorgestellt wurde (in den fruhen 80ern ?)

  1. Günther A. Classen am

    „Kraftwerk
    Ein Streit zwischen Michael Rother und Klaus Dinger einerseits und Ralf Hütter und Florian Schneider andererseits führte dazu, dass Dinger und Rother Kraftwerk verließen und ihre eigene Gruppe gründeten.

    Neu!
    Nach insgesamt drei Studioalben trennten sich Dinger und Rother im Streit, der unter anderem bis über das Jahr 2000 hinaus eine Wiederveröffentlichung der Neu!-Aufnahmen auf CD verhinderte. Erst im Jahr 2001 legten Dinger und Rother ihre persönlichen Differenzen zumindest insoweit bei, dass eine Wiederveröffentlichung der Neu!-Studioalben auf Herbert Grönemeyers Label Grönland Records möglich wurde.

    La Düsseldorf
    Aufgrund von Rechtsstreitigkeiten mit dem Plattenlabel Warner Bros. wandte sich Dinger neuen Aufgaben zu.“

    (Wikipedia, Klaus Dinger)

    „Die Alben der Band wurden nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten zwischen Bandmitgliedern und Plattenfirmen im September 2005 in Deutschland wieder- bzw. erstmals auf CD veröffentlicht, jedoch nach kurzer Zeit wieder vom Markt genommen.

    2006 erschien das Album Mon Amour, das ursprünglich im Jahre 1983 als La Düsseldorf 4 erscheinen sollte. Verantwortlich für den späten Veröffentlichungstermin waren auch hier Rechtsstreitigkeiten.

    Damo Suzuki blockierte die Veröffentlichung sämtlicher mit ihm eingespielten Aufnahmen.“

    (Wikipedia, La Düsseldorf)

    Auch juristisch alles sehr kreative Musiker. ;-)))

    Unabhängig davon sind Urheberrechtsstreitigkeiten nicht nur in der Musikbranche gang und gäbe.

    By the way haben die Anwälte von Ralf Hütter dem Betreiber der Gaststätte Kraftwerk, Loretto, Ecke Wilhelm-Tell-Straße, wie ehedem auch dem heutigen „Stahlwerk“ den Namen Kraftwerk „per einstweiliger Verfügung“ untersagt. Die Kneipe heißt daher erst einmal nur „k“.

    http://www.wz-newsline.de/lokales/duesseldorf/kraftwerk-verbietet-restaurant-den-namen-1.1819214

    • Günther A. Classen am

      „Wolfgang Flür

      Im Herbst 1999 veröffentlichte Flür seine Autobiographie Kraftwerk – Ich war ein Roboter, deren Vertrieb kurz darauf durch seine früheren Kollegen Hütter, Schneider und Schult per gerichtlicher Verfügung untersagt wurde. Mehrere Rechtsstreitigkeiten führten 2002 zu einer Einigung.“

      http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Fl%C3%BCr

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