Hä, die DEG ist doch schon längst im Urlaub!? Nein, ist sie nicht, zumindest nicht die ganze DEG. The Düsseldorfer proudly presents – das DEG-Frauenteam! Watt, die spielen auch Eishockey? Ja, tun sie, sogar fast wie die Männer, es gibt im Grunde nur zwei Unterschiede. Einer betrifft die Ausrüstung – die Mädels spielen mit einem Gesichtsgitter und erhalten sich damit ihre Schneidezähne, weil sich weder ein Puck noch ein Schläger in den Kiefer verirren kann. Sieht komisch aus, hat aber Vorteile. Und einen Nachteil, denn Hauereien sind ziemlich schräg – auf ein Gitter einzudreschen ist nun mal relativ albern.

Der andere Unterschied betrifft die Regeln und leuchtet mir so gar nicht ein: Bodychecks sind verboten. Was soll das? Frauen stürzen sich, wenn sie da Spaß dran haben, Skisprungschanzen hinab, steigen in Bobs, auf Karatematten und in Octagons, und das ist ja auch völlig richtig so. Da darf man ihnen auch zutrauen, mit Bodycheck zu spielen, auch wenn das vielleicht mal weh tut anstatt sie väterlich vor sich selbst zu schützen. Sind ja schließlich keine Mädchen, die da spielen. Die Goldene Emma für angewandte Gleichberechtigung darf gerne bei mir abgegeben werden.

Seit zwei Jahren ernsthaft

Seit zwei Jahren wird Frauenhockey bei der DEG ernsthaft betrieben, und seit heute ist das Team da, wo es hinsollte und -musste, aber eben auch einfach hingehört – in der Bundesliga. Der Rahmen war absolut würdig, denn es hatten sich einige Hundert Zuschauer im heiligen Tempel an der Brehmstraße eingefunden, die ordentlich Radau machten. Da gab es Wechselgesänge zwischen Stehplatz und Tribüne, da gab es Fahnen, Tapeten, Wunderkerzen und zur Feier des Tages sogar zwei bengalische Feuer (Info für Innenministerium und DPolG: Keiner tot, keiner verletzt). Für den Rest Gänsehaut sorgt das Stadion selbst.

Ja, ich bin altmodisch, aber die Brehmstraße zieht mich einfach nach wie vor in ihren Bann. Die bessere Bretterbude, die als Kiosk dient, die Zugluft aus dem Zoopark, die prähistorische „Heim“-„Gast“-Anzeigetafel, selbst die quarzigen Toiletten. Alles. Man muss einfach nur wieder auf den Steinstufen stehen oder auf der Holzbank sitzen, um sich an vergangene Schlachten gegen Landshut oder Rosenheim aus Zeiten zu erinnern, als der KEV noch KEV hieß und kein albernes Tierbildchen im Logo hatte. Aber zurück zum Thema.

Der 5:0-Sieg

Die DEG hatte das Rückspiel um die Zweitligameisterschaft auszutragen, Gegner war die zweite Mannschaft des EC Bergkamen. In der Liga waren das enge Partien, und auch das Hinspiel am Mittwoch hatte die DEG nur knapp mit 3:2 gewonnen. Heute war es ein Klassenunterschied. Die DEG war in allen Belangen – Tempo, Spielwitz, Physis – das wesentlich stärkere Team und hatte nur in den ersten, von viel Nervosität geprägten Minuten Mühe mit den Gegnerinnen, die mit gerade einmal 12 Feldspielerinnen angereist waren. Nach dem ersten Drittel stand es zwar nur 1:0, aber man hatte nie das Gefühl, dass das schiefgehen könnte, dafür war das Spiel einfach zu dominant geführt. Ab dem zweiten Drittel fielen die weiteren Treffer in schöner Regelmäßigkeit, und das 5:0-Endergebnis war noch nicht einmal ausreichender Ausdruck der Überlegenheit.

Aber wir wollen nicht unbescheiden sein – Meisterschaft mit Shut-Out kann sich nun wahrlich sehen lassen. Herzlichen Glückwunsch! Und ab nächster Saison wird die Bundesliga gerockt, nur dass das klar ist.

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